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Die größten Sünden der Immobilienmakler

Immobilienmakler kämpfen mit zahlreichen Herausforderungen. In Zeiten von Bestellerprinzip, digitaler Konkurrenz u.v.m. gilt es mehr denn je, Fehler zu vermeiden. Immobilieninvestor, Investmenttrainer und Autor Jörg Winterlich zeigt die Sünden, die Immobilienmakler tunlichst vermeiden sollten, wenn sie am Ende eine Provision sehen wollen.

Sünde 1: Heiße Preise

Immobilienkäufer suchen natürlich immer nach einem guten Preis. Doch heiße Preisversprechen und das Verschweigen von Mängeln sind eine Sünde. Auf Mängel in einem „sanierten Wohn- und Geschäftshaus“ angesprochen, verwies mich ein Makler einmal darauf, dass ja jeder seine eigenen Vorstellungen von Mängeln habe und er sie deshalb weder im Exposé noch im Gespräch erwähnt habe. Nach einer Schadendokumentation durch einen Baufachmann wurde schließlich ein etwas niedriger Preis als der Ursprungspreis avisiert. Bis auf 2.000 Euro wurde man sich anschließend einig.

Bei einem weiteren Gespräch im Laufe der nächsten Woche meinte der Makler plötzlich, man habe sich in der Preisliste des Auftraggebers geirrt. Plötzlich sollte die Immobilie rund das Doppelte der ursprünglichen Summe kosten. Dabei war der erste Kaufpreis zwar günstig, angesichts der zu erledigenden Arbeiten aber kein Schnäppchen. Ein doppelter Preis dagegen war völlig unrealistisch. In Bezug auf die mir entstandenen Unkosten sowie die Kosten für den Baufachmann sagte der Makler, dass Fehler ja mal passieren könnten und Ersatz laut den Geschäftsbedingungen ausgeschlossen sei. Mag sein, aber Kunden bindet man damit sicher nicht.

Sünde 2: Verkaufen, was es nicht gibt

Leider werden auch immer wieder Objekte angeboten, die gar nicht so im Bestand des Maklers sind. Von einem Makler wurde mir einmal per Exposé ein „Saniertes Mehrfamilienhaus mit Nebengebäude in grüner Lage“ angeboten, von dem vier Wohnungen leer stünden, aber vermietbar seien.

Nach Absprache mit dem Makler besichtigte ich das Objekt. Dabei entpuppten sich zwei der leer stehenden Wohnungen als Einheiten, die erst auszubauen waren. Nach der Besichtigung übersandte ich Fotos an einen Baufachmann und ein schriftliches Kaufinteresse an den Makler. Zudem forderte ich die wichtigen Unterlagen wie Grundrisse oder Ausstattungsbeschreibung an. Zwei Wochen passierte nichts, dann kamen unvollständige Unterlagen. Bei einem erneuten Gespräch weitere zwei Wochen später kam heraus, dass es sich nicht um ein Mehrfamilienhaus (MFH), sondern um eine Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) handelte, von der alle Wohnungen bis auf drei zu kaufen wären.

Eine WEG statt eines MFH? Das hätte ein guter Makler vorher prüfen müssen. Dann wäre ich mit den richtigen Erwartungen zum Objekt gefahren – oder hätte mir Zeit und Fahrt sowie die Kosten für einen Baufachmann gespart. So eine „Zusammenarbeit“ macht keine Freude. Und so wird garantiert keine Provision fließen.

Sünde 3: Urlaub statt Provision

Ein schöner Jahresurlaub steht natürlich auch jedem Makler zu. Gerade als Ein-Mann-Unternehmen ist das aber manchmal problematisch. Ein solcher Ein-Mann-Maklerbetrieb hat mir vor einigen Jahren ein Mehrfamilienhaus angeboten. Nach Telefonat und Absprache fuhr ich am Objekt vorbei und gab ein schriftliches, terminiertes Kaufangebot ab. Der Makler wollte dieses an den Verkäufer weiterleiten. Er selbst sei zwar ab der folgenden Woche für zwei Wochen im Urlaub, kümmere sich aber weiter und sei jederzeit per E-Mail erreichbar.

In den beiden folgenden Wochen kam auf meine Anfragen allerdings keinerlei Reaktion. Auch nach seiner Urlaubsrückkehr: keine Antwort. Eine weitere Woche später rief ich beim Makler an, der lediglich sagte: „Ich hätte Sie schon sowieso heute noch anrufen wollen ...“ Auf die Frage, warum er 30.000 Euro Provision berechnen wolle, aber sich nicht einmal melden kann, hieß es lediglich: „Man muss ja auch mal Urlaub machen.“ Mit einem solchen Makler setzt man die Verhandlungen schon aus Prinzip nicht fort. Denn für eine solch mangelhafte Leistung eine solche Provision zu zahlen, ist absolut nicht leistungsgerecht.

Abhilfe möglich

Sicherlich sind die genannten Fälle Einzelbeispiele, aber ähnliche Erfahrungen haben vermutlich schon viele andere Interessenten und Investoren gemacht. Glücklicherweise gibt es auch Makler, die ihre Chancen clever nutzen und an sich arbeiten wollen. Was aus Sicht der Kunden/Käufer verbessert werden kann, erfahren Sie in der kommenden Woche im Newsletter von ImmoCompact sowie unter ImmoCompact.de.

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