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Der Immobilienmakler: Wichtiger denn je

Tacheles von Michael Herrmann, leitender Redakteur von ImmoCompact

Die Zeiten für Immobilienmakler sind so rau wie nie. Eine aussterbende Spezies sind sie aber keineswegs. Vielmehr ist ihr professioneller Rat gefragter denn je. Betongold ist schließlich beliebter denn je – und guter Rat gerade in Zeiten von Niedrigzinsen und explodierenden Immobilienpreisen wichtiger als je zuvor.

Manch einer mag den Eindruck bekommen, dass Immobilienmakler eine überflüssige Spezies geworden sind. „In Zeiten des Internets kann ich mir meine Wohnung doch auch selber suchen, kaufen, mieten oder alternativ auch vermieten oder verkaufen“ – so lautet die in der Öffentlichkeit immer wieder verbreitete Meinung. Angesichts des Bildes, das TV-Soaps wie „mieten, kaufen, wohnen“ vom Makler zeichnen, ist das auch kein Wunder. Zeigt er doch maximal zwei Wohnungen und kassiert dafür eine satte Provision ab. Doch Makler sind keineswegs eine faule, gierige und aussterbende Spezies. Vielmehr ist ihr Rat gefragter denn je.

Verdoppeltes Immobilienvermögen

In den vergangenen 20 Jahren hat sich das Immobilienvermögen der Deutschen in etwa verdoppelt. Über 6 Bio. Euro haben allein die deutschen Privathaushalte in Grund und Beton investiert. Immobilien stellen damit mehr als die Hälfte des gesamten Privatvermögens in Deutschland und sind so die mit Abstand wichtigste Anlageklasse.

Nährboden neues Finanzzeitalter

Den Nährboden für diese Entwicklung bildet das neue Finanzzeitalter. Der Brexit ist das jüngste Beispiel dafür, wie turbulent und schwierig Geldanlage geworden ist. „Wohin mit meinem Geld?“, stellen sich Millionen Deutsche die Frage. Sichere Produkte mit attraktiven Zinsen gibt es nicht mehr. Und Aktien korrigieren immer wieder heftig. Zudem stehen die reinen Kurse der Dax-Unternehmen heute nicht höher als zur Jahrtausendwende.

Stabilität in schwierigen Zeiten

Betongold verspricht Stabilität in solch schwierigen Zeiten. Doch der Kauf einer Immobilie ist weit komplexer als die Order eines Fonds oder die Einzahlung auf ein Festgeldkonto. Zudem ist die Immobilie wohl die größte Anschaffung im Leben der meisten Menschen. Hinzu kommt, dass die Preise in einigen begehrten Teilmärkten in den letzten Jahren geradezu explodiert sind. Die nahezu ununterbrochen steigenden Immobilienpreise verleiten zu Leichtsinn, vor allem da die Zinsen derzeit so billig sind wie nie. Doch die Geschichte zeigt, dass jede Entwicklung sich drehen kann. Der letzte große Immobiliencrash ist schließlich nur wenige Jahre her.

Professioneller Rat gefragter denn je

Immobilieninteressenten sind angesichts dieser Gemengelage mehr denn je auf den professionellen Rat eines Experten angewiesen. Ein guter Makler bewahrt Kunden durch seine Expertise vor teuren Fehlern. Das ist vor allem für den einfachen Hauskäufer wichtig. Ein Großinvestor kann eine Fehlinvestition schließlich vermutlich verkraften. Beim einfachen Eigenheimbesitzer kann sie hingegen schnell die Existenz bedrohen. Umso katastrophaler ist es, dass es für den Berufsstand des Immobilienmaklers noch immer keine ernsthaften Zulassungsvoraussetzungen gibt – und das obwohl Branchenverbände wie der BVFI oder der IVD dies seit Jahren selbst fordern. An einer scheinbar aussterbenden Spezies wie dem Immobilienmakler hat die Politik aber offenbar kaum Interesse.

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